Mai 2019

FACHmarkt im Tageblatt 21.03.2019, 18:00 Uhr

Lokale Produkte sollen eine Präsentationsfläche bekommen: In der Altstadt eröffnet demnächst der Stader „FACHmarkt“. Auch Hobby-Handwerker können ihre Produkte dort von Mitarbeitern der Schwingewerkstätten verkaufen lassen.

Apfelsaft aus Jork, Milch aus Kehdingen, Taschen aus Buxtehude und Kekse aus Harsefeld. So oder so ähnlich könnten die Waren aussehen, die in einigen Wochen über den Tresen des Stader „FACHmarktes“ wandern werden.

In der Altstadt entsteht ein Geschäft, in dem verschiedene Produkte aus der Region verkauft werden sollen. „Es gibt bisher keinen Ort hier, an dem lokale Spezialitäten gebündelt verkauft werden,“ sagt Dr. Andreas Schäfer von der Stade Marketing und Tourismus GmbH, der das Projekt federführend leitet. „Gutes von hier“ soll verkauft werden, regionale Spezialitäten und Handwerkliches.

Eine Grenze der Region zu ziehen sei schwierig, sind sich die Macher einig. Auch, um nicht auf Craftbeer aus Hamburg verzichten zu müssen, haben sie als Gebiet das Elbe-Weser-Dreieck definiert. Mitte Mai soll eröffnet werden.

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Stadt und DRK arbeiten zusammen

Es ist ein Projekt, aufgeteilt zwischen der Stadt und dem DRK-Kreisverband. Die Stadt kümmert sich um Akquise und Kassensystem, das Rote Kreuz stellt Mitarbeiter zur Verfügung. Die kommen von den Schwingewerkstätten. Außerdem kümmert sich das DRK um die namensgebende Inneneinrichtung.

Statt herkömmlicher Regale haben sie sich für nachgebaute Obstkisten entschieden, in der die Ware präsentiert werden soll. Pro Fach kommt eine wöchentliche Miete von elf Euro zusammen, zuzüglich zehn Prozent Provision für die Verkäufer der Schwinge Werkstätten. Maximal sieben Fächer können zeitgleich gemietet werden. „So wollen wir dafür sorgen, dass die Produktpalette vielfältig bleibt“, erklärt Sophie Hagebölling, City-Managerin der Stadt Stade. Ein regelmäßiger Sortimentwechsel sei gewünscht und auch nötig, um die Kunden dauerhaft in den Laden zu locken.

Bürgermeisterin Silvia Nieber merkt an, dass das Projekt gleich mehrere positive Effekte habe. Es werde die Sehnsucht nach Regionalität gestillt, Inklusion gefördert, etwas gegen den Ladenleerstand getan und auch kleinen Händlern die Möglichkeit von Verkaufsfläche in der Innenstadt mit minimalem Risiko geboten.

Große Schmiedestraße soll belebt werden

Angesiedelt ist der Stader „FACHmarkt“ in der Großen Schmiedestraße, Ecke Flutstraße. In unmittelbarer Nähe zur St.-Wilhadi-Kirche setzen die Macher auf eine Belebung des gesamten Straßenzuges, schließlich werden die Touristen bei den Stadtführungen künftig auch am neuen Regionalladen vorbeigeführt.

Das lässt sich die Stadt auch etwas kosten. Knapp 12 000 Euro sind angesetzt für Miete, Personalkosten und Konzept, die aus dem Topf des City-Managements stammen. Die Organisatoren hoffen, dass sich das Projekt selbst trägt; große Einnahmen erwarten sie nicht.

Mit dem Regionalladen soll keine Konkurrenz zu bereits bestehenden Läden geschaffen werden. Der Platz sei ohnehin begrenzt, sagt Andreas Schäfer. Vielmehr soll der Stader „Fachmarkt“ eine erste Anlaufstelle für Einwohner und Touristen gleichermaßen sein. Bei Bedarf wird dann an die jeweilige Manufaktur oder den Produzenten verwiesen.

Wenn alle Verkaufsflächen an Hobby-Handwerker und Manufakturen vermietet sind, wird es auch eine Verkaufsseite im Internet geben. Dort soll es die Möglichkeit für „click and collect“ geben, also zur Vorbestellung bestimmter Produkte. Interessenten gibt es laut Andreas Schäfer bereits viele, die ersten Mietverträge sind verschickt.

Regionalladen

Hobby-Handwerker und kleine Manufakturen können für jeweils 11 Euro pro Woche ein Fach im neuen Laden mieten. Die Beschäftigten der Schwinge Werkstätten kümmern sich gegen zehn Prozent Provision um den Verkauf. Nähere Informationen gibt es unter 0 41 41/ 7 76 98 64 oder im Internet.